Fertigstellung der ersten Labore am Fraunhofer-Projektzentrum MEOS

Presseinformation / 19. Mai 2020

Nach ca. 6-monatiger Bauzeit wurde der erste großen Bauabschnitt des Projektzentrum MEOS erfolgreich abgeschlossen. Von nun an stehen den Wissenschaftlern am Standort Erfurt zunächst drei Optiklabore, zwei Elektroniklabore (von denen eines auch für Laserexperimente geeignet ist), ein Robotiklabor sowie ein Chemielabor zur Verfügung.

Das Chemielabor wird die Projektarbeiten zu biofunktionalen Oberflächen und zur Biosensorik voranbringen. Darüber hinaus sind biologische Arbeiten mit Zellkulturen und Mikroorganismen, für die keine besonderen Sicherheitsanforderungen gelten, geplant, um gezielt und anwendungsnah die biomedizinischen Applikationen weiterzuentwickeln.

Im Robotiklabor wird zunächst ein Streulichtrobotiksystem aufgebaut, das die Analyse von Rauheit und Oberflächendefekten optischer Oberflächen und Mikrostrukturen ermöglicht, während in den Elektroniklaboren vorerst Lötarbeitsplätze sowie eine messtechnische Grundausstattung für die Entwicklung und Tests elektronischer Schaltungen zur Verfügung stehen.

In einem der drei Optiklabore beginnen in Kürze die Arbeiten an programmierbaren, diffraktiven Mikrospiegelarrays (SLMs). Dieses Labor bietet Arbeitsfläche für den Aufbau von passender Messtechnik sowie für die Integration eines aus SLMs basierenden Moduls zur strukturierten Beleuchtung in ein Lichtmikroskop.

Während des ersten Bauabschnittes wurde nahezu die gesamte Elektroverteilung des Hauses auf den neuesten technischen Stand gebracht, mehr als 120 Löcher gebohrt und neue Netzwerkleitungen gezogen. Die Labore wurden weiterhin mit einer zentralen Druckluft- und Gasversorgung ausgestattet.
Die aufwendigsten Arbeiten wurden im Chemielabor durchgeführt. Dieses erhielt neben einer komplett neuen Laboreinrichtung zahlreiche technische Anlagen wie Autoklav, VE-Wasseranlage und Neutraanlage.

Die Planungen für den zweiten Bauabschnitt sind bereits gestartet. Dieser wird seinen Schwerpunkt in der Errichtung eines sogenannten S2-Labors haben, in dem dann zur Erprobung von z.B. diagnostischen Systemen Arbeiten nach den Regeln der Sicherheitsstufe S2 Gentechnikgesetz und der biologischen Schutzstufe S2 nach der Biostoffverordnung möglich sein werden.